Kinder zweisprachig erziehen – Tipps und Erfahrungen

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Oft ist es so, dass bei binationalen Paaren, deren Kinder automatisch zweisprachig aufwachsen. Die Sprachen der Elternteile werden im Zuhause täglich gesprochen. Das Kind hört quasi jeden Tag zwei Sprachen. Das tägliche Sprechen und Hören der Zweitsprache (meist ist es ja eben die Sprache des ausländischen Elternteils) führt im Normalfall dazu, dass die Kinder, die zweisprachig aufwachsen, die Sprache des anderen Elternteils von klein auf erlernen und im besten Falle auch sehr gute bis perfekte Sprachkenntnisse in der anderen Sprache haben.

Das ist aber nicht immer so. Oft wird nur die Sprache im gemeinsamen Haushalt gesprochen, wo man eben lebt. Und die Sprache des Partners und anderen Elternteils wird vernachlässigt, oder überhaupt nicht gesprochen. Das ist vermehrt dann der Fall, wenn der Partner die Sprache selbst nicht spricht.

Ein Beispiel

Nehmen wir an, ein Ehepaar lebt in Deutschland. Sie ist Deutsche und der Ehepartner kommt aus Frankreich. Die Partnerin ist des Französischen nicht mächtig. Nun wird in Deutschland zuhause nicht Französisch gesprochen. Der Nachwuchs hört nur manchmal bis kaum, den Vater Französisch sprechen. Somit wird das Kind nicht Französisch erlernen.

Was sehr schade ist, denn es ist ein großer Gewinn, wenn Kinder aus bilateralen Beziehungen von klein auf BEIDE Sprachen der Eltern erlernen. Und das kann nur geschehen, wenn die Sprache auch täglich, oder zumindest fast täglich, gehört und erlebt wird. Wenn der Vater trotzdem mit seinem Nachwuchs täglich in seiner eigenen Muttersprache spricht. Durch das tägliche Hören und Sprechen wird die Sprache dem Kind automatisch vermittelt. Und es lernt auf spielerische Art.

Dies geschieht in diesem Fall auf ganz natürlichem Wege. Kinder lernen von Anfang an und es ist die beste Methode, gleich von Anfang an eine andere Sprache zu erlernen. Lernen durch tägliche Kommunikation. Kinder beginnen spielerisch zu verstehen und bei Anregung, auch in der Zweitsprache zu reden. Wenn man mit ihnen täglich spricht, natürlich umso mehr.

Auch bei nicht binationalen Paaren (oder auch Alleinerziehern): eine zweite Sprache ist immer ein Mehrwert an Wissen!

Wenn etwa deutsche Eltern, die ausgezeichnet Englisch sprechen, ihrem Kind von Anfang an Englisch vermitteln wollen, steht dem nichts im Wege! Wird es mit Disziplin betrieben, lernt schon das Baby, das Gehörte aufzunehmen. Da heutzutage bereits im Kindergarten Englisch spielerisch gelehrt wird, kann es nur ein Gewinn für das Kind sein. Es wird schon grundlegende Kenntnisse im Englischen haben.

Zweisprachige Erziehung – eine Überforderung für das Kind?

Zweisprachige Erziehung ist nie Überforderung, aber positiv für die Entwicklung. Überforderung entsteht nur, wenn die Familie dem nicht positiv gegenübersteht. Oder das Umfeld reagiert negativ. Kinder, die zweisprachig erzogen werden, besitzen von klein auf Erfahrungen mit Sprachen. Sie lernen früh, dass Sprachen verschieden klingen. Auch unterscheidet sich die Mimik und Gestik.

Sie bekommen ein intensives Bewusstsein für Sprachen. Das erleichtert ihnen später auch den Zugang zu anderen Fremdsprachen. Der frühe Kontakt zu einer anderen Sprache weckt auf jeden Fall das Interesse für andere Sprachen. Ein wichtiges Element ist natürlich die Konsequenz bei der zweisprachigen Erziehung!

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