Selbstständig während der Elternzeit – Wie funktioniert das?

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Der Spagat zwischen Kind und Beruf ist gerade für Mütter nicht einfach. Sie befinden sich oftmals während der Elternzeit schon in einer Zwickmühle. Selbstverständlich wollen sie so viel Zeit wie möglich mit dem Nachwuchs verbringen.

Gleichzeitig ist es aber auch eine finanzielle Frage, denn in diesem Zeitraum erhält man nicht das volle Gehalt. Zudem stellen sich viele Frauen die Frage, wie sie es schaffen, trotz Mutterglück ihre Karriere nicht zu vernachlässigen. Der Schritt in die Selbstständigkeit kann die Lösung des Problems sein. Worauf man achten muss, erfahren Interessierte in diesem Artikel.

Während der Elternzeit arbeiten – geht das?

Selbstverständlich. Allerdings nicht mehr als 30 Stunden pro Woche. Ansonsten verfällt der Anspruch auf Elterngeld. Sofern man sich in einem bestehenden Arbeitsverhältnis befindet, muss der Arbeitgeber über die Pläne informiert werden. Normalerweise steht einem Nebenjob zwar nichts im Wege, trotzdem muss das Unternehmen zustimmen. Es ist empfehlenswert, vorher den Arbeitsvertrag zu sichten. Oftmals befindet sich darin ein Absatz, der sich auf nebenberufliche Tätigkeiten bezieht.

Welche Auswirkungen hat die Selbstständigkeit auf das Elterngeld?

Fakt ist, dass sich ein Zuverdienst immer auf das Elterngeld auswirkt. Nicht berücksichtigt werden nur Einmalzahlungen, Kapitalerträge und steuerfreie Einkünfte. Wichtig ist aber Folgendes:

  1. Wer mehr als 30 Stunden pro Woche arbeitet, verliert seinen Anspruch auf Elterngeld. Zwar nicht für die gesamte Elternzeit, aber für den betroffenen Lebensmonat.
  2. Anteilig angerechnet werden Einkünfte aus (nicht-)selbstständigen Tätigkeiten. Für die Berechnung wird der Differenzbetrag zwischen Elterngeld und Zuverdienst ermittelt und anschließend abgezogen.
  3. Sofern Eltern in Teilzeit angestellt bleiben, muss der Arbeitgeber eine Übersicht anfertigen. In dieser ist vermerkt, wie hoch sowohl der Brutto- als auch der Nettoverdienst in dem Zeitraum ausfallen werden.

Bei Selbstständigen ist es etwas komplizierter. Wichtig ist der anfallende Gewinn. Dieser wird durch die Bezugsmonate geteilt und anteilig angerechnet. Wer in dieser Zeit allerdings Verluste macht, sollte diese mit dem Gewinn verrechnen. Denn nur die Differenz wird an die Monate angerechnet, in denen das Elternteil Gewinne erwirtschaftet hat. Wir empfehlen diesen Elterngeldrechner. Mit diesem lässt sich schnell erfahren, wie hoch die Abzüge voraussichtlich ausfallen werden.

Rechnungen zum richtigen Zeitpunkt ausstellen

Wer sich für eine Selbstständigkeit entscheidet oder bereits selbstständig ist, kann aber ein kleines bisschen tricksen. Es ist beispielsweise möglich, die Elternzeit nicht durchgängig in Anspruch zu nehmen. Das bedeutet, dass man zwischendrin zwei Monate auf das Geld verzichten kann.

Ratsam ist dieses Vorgehen, wenn sich Selbstständige sicher sind, dass sie zu einem bestimmten Zeitpunkt die Zahlung eines Kunden erwarten. Dies kann man aber steuern, indem man entweder dem Kunden mitteilt, ab wann er die Zahlung tätigen kann. Oder aber die Rechnungen mit dem Zahldatum entsprechend anpasst.

Weitere Informationen zur Selbstständigkeit

Bevor man den Schritt wagt, sollte man einen Businessplan erstellen. Nur so kann man schnell feststellen, ob die eigene Geschäftsidee wirklich rentabel ist. Gleichzeitig hilft ein Finanzplan, sich einen Überblick darüber zu beschaffen, was man für die Selbstständigkeit alles benötigt:

  • Budget: Eine Selbstständigkeit kostet erst einmal, bevor man mit ihr Gewinne erwirtschaftet.
  • Anmeldungen: Je nach Branche ist eine Anmeldung bei der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer notwendig.
  • Genehmigungen: Potenzielle Selbstständige sollten sich im Vorfeld über Genehmigungen erkundigen, die sie eventuell einholen müssen.
  • Kleine Helfer: Dabei handelt es sich um Programme wie Buchhaltungssoftware oder Cloud-ERPs, mit denen man sich die Arbeit deutlich erleichtern und sie effizienter gestalten kann.
  • Büro: Es ist empfehlenswert, sich einen Raum zu schaffen, der als klare Grenze zwischen Beruf und Alltag fungiert. Nur so lassen sich beide Aspekte des Lebens gut voneinander trennen.
  • Bürobedarf: Der Kauf ergonomischer Arbeitsmöbel lohnt sich. Gerade dann, wenn man einen Großteil des Tages am Schreibtisch sitzt. Die Modelle können individuell auf den eigenen Körper angepasst werden und verhindern so zum Beispiel Rückenschmerzen.

Der Spagat ist nicht einfach

Um Beruf und Kind unter einen Hut zu bekommen, ist ein hohes Maß an Disziplin und ein gutes Zeitmanagement notwendig. Es ist ratsam, sich einen Zeitplan aufzustellen. Natürlich ist das mit einem Säugling oft schwierig, denn der oder die Kleine halten sich bekanntermaßen nicht unbedingt an die Pläne der Eltern. Es erleichtert aber trotzdem den Arbeitstag.

Wer versucht, zwischen Tür und Angel eine Selbstständigkeit aufzubauen, wird wahrscheinlich scheitern. Man sollte sich daher Zeit für die Planung nehmen und am Anfang austesten, welche Vorgehensweise am besten zum eigenen Lebensmodell passt.

 

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